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Du bist, was Du ißt – aber was frisst das Tier …?

Du bist, was Du isst –
aber was frisst das Tier,
dessen Fleisch WIR essen?!

Ein spannendes Interview mit DI Markus Pernerstorfer

 

Ein glücklicher Zufall fügte dieses Interview mit dem Produktionsleiter einer Tierfutter-Mischungsunternehmen, der größten nördlich der Donau, Ing. Markus Pernerstorfer.

Ich hatte keinerlei Erwartungen, weil ich mich als Ärztin und auch Konsumentin damit ehrlich gesagt kaum auseinandergesetzt hatte – daher empfand ich das Gespräch als beglückend, beruhigend und auch zufrieden-machend am Ende für alle, die gerne Fleisch essen, … Wie das kommt, lesen Sie im folgenden Health 4 Me Blog

Vorab: in diesem Beitrag geht es NICHT über Tierhaltung und Tiertransporte, oder das Verdammen von Fleisch und Fleischprodukten als menschliches Nahrungsmittel.

 

 

Wissenschaftliche Konzepte für optimale Zusammensetzung der Ernährung

Der Großteil des Futters, das in dieser Firma hergestellt wird, wird wird für Schweine, Hühner und Rinder zusammengemischt.

Bestimmen beim Menschen individuelle Vorstellungen und kulturelle, familiäre Prägungen die Zusammensetzung von Frühstück, Jausen, Mittagessen, Abendessen, so basiert die Zusammenstellung des täglich verwendeten Tierfutters auf unterschiedlichen Programmen, die wissenschaftlich zusammengestellt werden. Fixe Rezepturen kommen hier überdies Jahre eingesetzt mit den selben Rohstoffen.

Konventionelle Futtermischungen für die Tiere bestehen aus

  • Vitaminvormischungen – der Beta-Carotin-Gehalt bestimmt das Gelb des Eidotters
  • Getreiden
  • Aminosäuren wie Lysin, Threonin, Tryptophan, Methionin und Valin
  • Leistungsverstärker wie zum Beispiel Milchsäure, Futtersäure und zugelassene Biosäuren

Für jede Futtermischung wird ein Rückstellmuster angefertigt für Kontrollen durch AGES, Veterinärmedizin bzw. Zertifizierungen. Qualitätsvorgaben in diesem Bereich sind sehr hoch, um sicher zu stellen, dass hochwertige Tierfuttermischungen hergestellt werden.

Wichtig ist grundsätzlich, dass die Tiere auch gesund sind und bleiben, um einerseits „Leistung“ und zusätzlich eine hohe Qualität der Tierprodukte zu sichern wie zum Beispiel

  • das Legen von Eiern
  • die tägliche Milchproduktion
  • Fleischproduktion

 

 

Landwirte mit Tierhaltung, haben ein hohes Interesse an guter Haltung. Ein gestresstes Tier wird krank und damit verringert sich die Produktion. Daher haben die Landwirte ein nachvollziehbares Interesse, den Tierbestand gut zu führen. 

Würde das Gegenteil passieren, würden sich die LandwirtInnen sprichwörtlich ins eigene Fleisch schneiden, weil sich die Qualität reduziert, der Preis in Folge fällt und deutlich weniger Tierprodukte abgenommen würden von den Handelspartnern.

 

 

Antibiotika finden keinen Einsatz über die Futtermischungen. Dieser Einsatz wird durch den Amtstierarzt beim Fleischhauer kontrolliert. Die Kontrolle erfolgt über Rückstände im Fleisch, wobei hier bei Feststellung in Folge ein Betrieb gesperrt wird, wenn nicht erlaubte Leistungsförderer zum Einsatz kommen.
Dies wiederum bedeutet einen starken finanziellen Verlust, sodass weder Fleischhauer noch Landwirt ein Interesse haben können, derartiges zu riskieren.

Feedback erhalten die Landwirtschaftsbetriebe auch über die KundInnen. Diese sind mit der Qualität zufrieden, sonst würden diese nicht das Fleisch beim Landwirten selbst bestellen.

 

 

Generell muss man sagen, dass die Fleisch-Qualität der Lebensmittel deutlich besser, höher ist als früher in den 50ern und 60ern:

  • die Schweine sind entwurmt und haben keinerlei Trichinen mehr
  • Hühner, deren Eier bzw. Fleisch haben bei Testung keine Salmonellen mehr, andernfalls wird die Produktion gesperrt

 

Futtermischung für die BioHaltung von Tieren

Diese Entwicklung wurde von Seiten der Bio-LandwirtInnen an das Unternehmen herangetragen, die hier im Unternehmen teilzeit-beschäftigt mitarbeiten. Damit kennen diese sich mit dem Bedarf und den Anforderungen an Tierfutter-Mischungen bestens aus, da sie dies selbst anwenden. Sie führen ihre eigenen landwirtschaftlichen Betriebe gemäß der Biozertifikat-Vorgaben. Auch diesen wolle Ing. Markus Pernerstorfer ein Angebot machen können.

Daher schuf er aus Interesse und Freude an Innovationen auch die baulichen Voraussetzungen für diese Futtermittel-Mischung und investierte in eine entsprechende Tierfuttermischungs-Anlage. Die Vorgaben für die ökologische Landwirtschaft sind verschärft:

  • es wird mehr Getreide eingesetzt
  • das verwendete Getreide darf nicht gespritzt werden und kein chemischer Dünger darf eingesetzt werden,
  • der Fütterung werden keine Aminosäuren beigesetzt, weil chemisch hergestellt,
    die Schweine wachsen daher langsamer und bringen daher auch in Folge weniger „Leistung“ in Form von verkaufbarer Fleischmenge.
  • für Schweine und Geflügel ist der Rohproteingehalt deutlich höher,
    dies bedeutet, dass nicht Soja, nicht Gen-manipuliert, aus Österreich zum Einsatz kommen muss, um die Muskelfleischausprägung zu gewährleisten,
  • die Tiere müssen sich mehr bewegen können.

 

 

Kritisch und auch ehrlich muss man hinzufügen, dass mit Bio-Ernährung allein die Welt nicht ernährt werden kann. Dies ist eine Illusion. Es ist auch eine gesellschaftliche Frage, was man sich leisten können will und was man dafür bereit ist zu tun als auch zu bezahlen. Es ist nicht schlüssig, wie es sein kann, dass die Kosten für Produktionsmittel, Transport (Benzin- und Dieselpreis) steigen – die Preise für Schweinefleisch allerdings fallen.

 

Tierprodukte in Zeiten der Corona-Krise

22 bis 25% des Futters werden üblicher Weise von den Landwirten zugekauft – der Rest wird selbst produziert. In Österreich haben wir noch ein gutes Verhältnis von selbst verfügbaren Feldflächen und Getreideproduktion im Vergleich zum benötigten Futter für die Tierhaltung.

Österreich ist in Sachen Fleischversorgung relativ autark. Hier wird gerne Schweinslungenbraten gegessen – mehr als wir in Österreich generieren können. Dafür verkaufen wir Stelzen, Ohren, Köpfe und Bauchfleisch und exportieren diese ins Ausland bis nach Asien und China.

In Spanien mussten Notschlachtungen der Schweine vorgenommen werden – hier kommt das Futter aus dem Ausland und die Tiere konnten aufgrund der verzögerten Lieferketten nicht ernährt und versorgt werden. Weiters wird das Fleisch für Asien und China produziert, womit Abhängigkeiten bestehen sowohl beim Bedarf an Futter für die Tierhaltung als auch Abnehmer der Fleischproduktion durch Export ins Ausland.

 

 

 

Rückgang von Österreichischen Landwirtschaften mit Tierbestand 

Was sich zeigt ist, dass sich die landwirtschaftlichen Betriebe stark verdünnen: waren es vor gut 20 Jahren noch 220.000 Schweinehaltungen in Österreich, so sind es 2022 nur mehr 20.000 landwirtschaftliche Betriebe.
90% mussten aufgrund der hohen Auflagen geschlossen werden, da diese in Klein – und Mittelbetrieben schlichtweg nicht mehr umsetzbar waren.

Ein Beispiel für die Herausforderungen stellt zum Beispiel die Vorgabefür die freie Abferkelungsbox dar. Hier gibt es einen Bedarf an rechtlicher Sicherheit für die baulichen Vorgabe – sind für die freie Abferkelungsbox 6 oder 8m2 genug oder ändert sich diese Vorgabe – vor dem Zeitraum, in dem die Bau-Investitionen wieder abgeschrieben werden können.
Die dafür nötigen Investitionen sind damit nicht adäquat planbar aufgrund der fehlenden, verbindlichen rechtlichen Vorgaben beim Schweinestallbau. Dies ist wichtig, denn einen Stall kann man nicht wie die Möbel eines schwedischen Möbelherstellers adaptieren und umbauen…

Was sich ebenfalls zeigt ist eine Vermenschlichung des Lebensmittels „Fleisch“, unterstützt durch diverse „sprechende Tiere“ in Werbung und Medien. Ein weiterer Trend ist die fleischlose „gesunde Jause“, wobei man sich fragt, welche Protein-Quelle dann zum Einsatz kommt bei Anspruch an eine ausgewogene, hochwertige Ernährung.
Der bewusste Fleischkonsum hat teils einen schlechten Ruf und wird verbannt als Umwelt-Sünde, was letztlich im Vergleich zu den Belastungen nicht zwingend zutrifft.

Abschließend kann man hoffen, dass die Fleischversorgung in und für Österreich gesichert ist: gleich, wie die Tiere gefüttert oder gehalten werden, konventionell oder Bio, das Fleisch hat eine sehr hohe und gute Qualität in Österreich.

Worauf man als Kundin oder Kunde achten muss ist, in welchem Land das Tier tatsächlich geboren, aufgezogen, gehalten und geschlachtet wurde. Darüber gibt das AMA-Gütesiegel Auskunft und bestätigt die Qualität. Ein A, wie „Austria“ bedeutet lediglich, dass 50% der Wertschöpfung in Österreich gemacht wurden, bedeutet, dies ist ein reines Wirtschaftszertifikat, sagt aber nichts über die tatsächliche Qualität des Fleisches aus.

Wie überall gilt auch beim Konsum von Fleisch: „Die Dosis macht das gesundheits-förderliche Potenzial“ – und den Personen, die sich daher für Konsum von Fleisch aus Österreich als Teil der Ernährung entscheiden, wünschen wir nach diesem Interview:

„Wohl bekomm’s & guten Appetit!“ 

Aus Freude am Tun – für mehr Freude am Leben:
Gesundheit trans-formieren!

 

Bei Interesse an ärztlicher Beratung zu Ihrem Lebensstil und Ernährung als auch Auswirkung auf ihre Gesundheit vereinbaren Sie gerne ein kostenfreies Telefonat zur Orientierung zum Leistungsangebot!

 

Dr.in Lucia Ucsnik, MAS, FECSM
Zentrum für PräventivMedizin, Ärztliche Leitung
Ärztin für Allgemein-, Präventiv-, Sexual-,
Stress- und PerformanceMedizin

 

 

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